Du überlegst, einen Ablufttrockner anzuschaffen oder gerade umzuziehen. Vielleicht planst du einen Neubau oder wohnst in einer Altbauwohnung ohne Abluftanschluss. In vielen Fällen ist die Technik klar. In der Praxis treten aber Fragen auf. Muss ein Loch in die Außenwand? Brauche ich eine Genehmigung vom Vermieter oder der Eigentümergemeinschaft? Reicht die Steckdose? Wie laut wird das Gerät in der Wohnung? Kann Feuchtigkeit in die Wand gelangen?
Diese Unsicherheiten sind normal. Die wichtigsten Knackpunkte sind meist Genehmigungen, bauliche Voraussetzungen, Lärm und Feuchtigkeit. Dazu kommen Anschlussfragen wie der richtige Luftauslass, die Länge des Lüftungsrohres und der bauliche Brandschutz. Manche Maßnahmen sind einfach. Andere erfordern handwerkliches Geschick oder die Zustimmung des Vermieters.
In diesem Artikel zeige ich dir Schritt für Schritt, worauf es ankommt. Du erfährst, welche Vorarbeiten nötig sind. Du lernst, welche Werkzeuge und Materialien sinnvoll sind. Du bekommst Einschätzungen zu Kosten und Zeitaufwand. Am Ende kannst du einschätzen, ob du die Installation selbst übernehmen kannst oder einen Fachbetrieb beauftragen solltest. So triffst du eine sichere Entscheidung für deine Wohnung oder dein Haus.
Welche Installationsvarianten gibt es?
Bei Ablufttrocknern gibt es mehrere gängige Wege, die Abluft ins Freie zu führen. Jede Variante hat eigene Anforderungen bei Handwerk, Zeit und Genehmigungen. Manche Lösungen sind schnell und reversibel. Andere sind aufwendig und dauerhaft.
Die Tabelle unten zeigt dir die typischen Varianten, den realistischen Aufwand, konkrete Bauteile und die wichtigsten Vor- und Nachteile. So erkennst du schnell, welche Lösung zu deiner Wohnung oder deinem Haus passt.
| Variante |
Aufwand (Zeit/Schwierigkeit) |
Material / Teile |
Vorteile |
Nachteile / Vorbedingungen |
| Außenwanddurchführung |
2–8 Stunden. Mittlerer Schwierigkeitsgrad. Bohrung durch Mauer notwendig. |
Mauerdurchführung (Ø 100–125 mm), Rückschlagklappe, Abluftrohr oder flexibler Abluftschlauch Ø100, Silikon, ggf. Außenwandblende |
Direkter Abzug, geringer Rohrwiderstand. Dauerhafte saubere Lösung. |
Meist Vermieterfreigabe nötig. Wandstärke und Material prüfen. Außenansicht des Gebäudes verändert sich. |
| Fensteranschluss |
30 Minuten bis 2 Stunden. Geringe handwerkliche Anforderungen. |
Fensterabdichtungsset oder Textil-Dichtung, flexibler Abluftschlauch Ø100, Klemmvorrichtung |
Schnell montiert. Kein Bohren. Ideal für Mieter oder temporäre Nutzung. |
Nicht dauerhaft. Schlecht für sehr kalte oder windige Standorte. Fenster muss sich noch sicher schließen lassen. |
| Bestehender Abluftkanal / Schacht |
1–4 Stunden. Eher einfach bis mittel. Anschlusssets nötig. |
Anschlussstutzen, Übergangsstück auf Kanalmaß, Rückstauklappe, ggf. Dichtungssatz |
Nutzt vorhandene Infrastruktur. Unauffällig und oft genehmigungsfreundlich. |
Kanal muss geeignet und frei sein. Abstimmung mit Hausverwaltung nötig. Brandschutzauflagen prüfen. |
| Leitung durch Dach oder Heizraum |
1 Tag bis mehrere Tage. Höherer Schwierigkeitsgrad. Arbeiten am Dach oder Technikraum. |
Dachdurchführung mit Dachmanschette, starrer Lüftungskanal (PVC, Stahl verzinkt), Brandschutzmanschette, Befestigungsmaterial |
Sauberer Abzug, wenig störender Lärm in Wohnräumen. Geeignet für Einfamilienhäuser. |
Zugang zum Dach nötig. Bauaufsichtliche Regeln und Brandschutz können umfangreich sein. Höhere Kosten. |
Kurz zusammengefasst: Die einfachste Lösung ist der Fensteranschluss. Er eignet sich für Mieter und temporäre Nutzung. Die beste Langzeitlösung ist meist eine Außenwand- oder Dachdurchführung. Sie kostet mehr Arbeit. Dafür bleibt die Installation sauber und effizient. Bestehende Kanäle sind oft der pragmatischste Weg in Mehrfamilienhäusern. Prüfe immer Vermieter- und Brandschutzanforderungen, bevor du beginnst.
Für wen eignet sich die Installation eines Ablufttrockners?
Eigentümer eines Einfamilienhauses
Als Hausbesitzer hast du die größten Freiheiten. Du kannst Außenwand- oder Dachdurchführungen planen. Das macht langfristig Sinn. Vorteile sind ein direkter Abluftweg und geringe Geräuschbelastung im Wohnbereich. Hürden sind Arbeiten am Dach oder an der Fassade. Brandschutz und fachgerechte Abdichtung sind wichtig. Priorität hat eine dauerhafte, wetterfeste Lösung. Plane Materialkosten und womöglich einen Handwerker ein, wenn du keine Erfahrung mit Dachdurchführungen hast.
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Wohnungseigentümergemeinschaft
Hier gelten gemeinsame Regeln. Eine Installation an der Außenwand oder in Gemeinschaftsflächen braucht oft Zustimmung der WEG. Beste Chancen hast du mit Lösungen, die die Fassade nicht stark verändern. Nutzung bestehender Abluftkanäle kann praktikabel sein. Hürden sind Abstimmungsprozesse und mögliche Auflagen zum Brandschutz. Priorität ist die Abstimmung mit der Hausverwaltung. Dokumentiere den Eingriff und biete reversiblen Einbau an.
Mieter
Für Mieter ist häufig der Fensteranschluss die beste Wahl. Er ist schnell, reversibel und meist genehmigungsfrei. Bohrungen in die Außenwand erfordern die Erlaubnis des Vermieters. Hürden sind fehlende Zustimmung und mögliche Einschränkungen durch die Hausordnung. Priorität ist, die Wohnung beim Auszug ohne Spuren zu hinterlassen. Nutze Abdichtungssets und sichere Befestigungen, damit es keine Schäden gibt.
Neubau versus Altbau
Im Neubau lässt sich alles planen. Abluftwege werden in die Planung integriert. Das reduziert Aufwand und Kosten später. Im Altbau ist oft die Herausforderung, passende Durchführungen zu schaffen. Dicke Wände, Denkmalschutz oder enge Schächte erschweren die Arbeit. Priorität ist hier die Prüfung der Bausubstanz und der rechtlichen Lage. Manchmal ist eine temporäre Fensterlösung der pragmatische Einstieg.
DIY-affine versus handwerklich unerfahrene Nutzer
Wenn du handwerklich fit bist, sind Außenwanddurchführungen und Kanalanschlüsse machbar. Du brauchst passende Werkzeuge und ein Verständnis für Abdichtung und Brandschutz. Als handwerklich unerfahrener Nutzer solltest du bei allem, was Wände oder Dach betrifft, einen Fachbetrieb beauftragen. Fensteranschlusssets sind eine gute DIY-Option. Priorität ist Sicherheit. Vermeide halbherzige Abdichtungen, die Feuchtigkeit in die Wand treiben.
Budget-orientierte Nutzer
Wer wenig Geld ausgeben möchte, ist mit einem Fensteranschluss oder einem einfachen Kanalanschluss am besten bedient. Diese Varianten sind günstig und schnell. Langfristig können Dauerlösungen teurer, aber effizienter sein. Priorität ist, die laufenden Kosten zu beachten. Ein billiger Einbau ohne Fachkenntnis kann später teure Schäden verursachen.
Kurz zusammengefasst: Ein Ablufttrockner passt für viele Nutzergruppen. Die beste Variante hängt von rechtlichen Vorgaben, baulichen Gegebenheiten und handwerklicher Erfahrung ab. Prüfe zuerst Genehmigungen und Abluftweg. Entscheide dann nach Aufwand, Kosten und Dauerhaftigkeit.
Selbst machen oder Fachbetrieb beauftragen?
Die Entscheidung hängt von ein paar klaren Punkten ab. Manche Installationen sind einfach und reversibel. Andere greifen in die Bausubstanz ein oder berühren Brandschutz und Dach. Bevor du startest, prüfe diese Aspekte.
Leitfragen
Habe ich die bauliche Berechtigung vom Vermieter oder der Eigentümergemeinschaft?
Verfüge ich über passende Werkzeuge und Zeit für eine saubere Abdichtung?
Geht es um Dacharbeiten, Wanddurchbrüche oder Brandschutzauflagen?
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Unsicherheiten und Risiken
Ein Fensteranschluss ist oft risikofrei. Er ist reversibel und lässt sich selbst montieren. Außenwanddurchführungen und Dachdurchbrüche bergen höhere Risiken. Fehlerhafte Abdichtung führt zu Feuchtigkeitsschäden. Unsachgemäße Arbeiten können Versicherungsschutz und Gewährleistung gefährden. Brandschutzauflagen in Mehrfamilienhäusern sind ein weiterer Stolperstein.
Praktische Empfehlungen
Wenn du handwerklich sicher bist und nur ein Fenster- oder Kanalanschluss nötig ist, kannst du oft selbst arbeiten. Verwende passende Dichtmaterialien und Rückschlagklappen. Spare am Material nicht. Wenn Bohrungen durch tragende Wände, Arbeiten am Dach oder komplexe Kanäle erforderlich sind, lohnt sich der Fachbetrieb. Das gilt auch, wenn Genehmigungen oder Abstimmungen mit der Hausverwaltung nötig sind.
Wann sparen sinnvoll ist und wann nicht
Sparen lohnt sich bei temporären Lösungen und einfachen Fenstersets. Nicht sparen solltest du bei dauerhaften Durchführungen, bei Arbeiten am Dach und bei unklaren Brandschutzfragen. Die Kosten für einen Profi sind oft geringer als Folge- und Reparaturkosten nach schlechtem Einbau.
Fazit
Mach es selbst bei einfachen, reversiblen Lösungen und wenn du die Berechtigung und das Werkzeug hast. Bei Eingriffen in Gebäudehülle, bei Dach- oder Brandschutzarbeiten und bei Unsicherheit beauftrage einen Fachbetrieb.
Schritt-für-Schritt: Durchführung durch die Außenwand
- Vorbereitung und Genehmigung prüfen. Kläre, ob du als Mieter die Zustimmung des Vermieters brauchst. Bei Eigentum kläre die WEG-Regeln. Prüfe lokale Bauvorschriften und Brandschutzauflagen. Plane die Arbeit an einem Tag mit guter Witterung. Zeitaufwand: 30–60 Minuten.
- Passenden Standort wählen. Wähle eine Stelle nahe der Trocknertür. Vermeide tragende Wände, Leitungen und Heizkörper. Achte auf Abstand zu Fenstern von Nachbarn. Markiere Mitte und Außenanschluss. Zeitaufwand: 15–30 Minuten.
- Auf vorhandene Leitungen prüfen. Nutze einen Leitungsdetektor zum Aufspüren von Strom, Wasser und Metall. Bohre nie ohne Kontrolle. Sind Leitungen im Bereich, suche einen alternativen Ort. Zeitaufwand: 10–20 Minuten.
- Bohrwerkzeug und Bohrkrone vorbereiten. Verwende einen Kernbohrer oder SDS-Bohrhammer mit Bohrkrone Ø100–125 mm, je nach Luftrohrdurchmesser. Für Außenwände aus Mauerwerk ist ein Kernbohrer sinnvoll. Stelle Leiter oder Gerüst sicher auf. Zeitaufwand: 15–30 Minuten.
- Pilotbohrung und Kontrolle. Bohre zuerst eine kleine Pilotöffnung mit einem passenden Steinbohrer. Prüfe, ob du frei in die Wand bohren kannst. Stelle sicher, dass der Bohrwinkel gerade ist. Zeitaufwand: 10–20 Minuten.
- Kernloch bohren. Bohre das Loch mit dem Kernbohrer Ø100–125 mm. Arbeite langsam und mit Kühlschmierstoff, falls nötig. Achte auf Staubschutz und Schutzbrille. Bei dicken Wänden kann das 30–90 Minuten dauern.
- Mauerdurchführung einsetzen. Setze eine Mauerdurchführung oder einen Mauerkasten ein. Die Durchführung sollte auf den Rohrdurchmesser passen. Füge eine Außenblende ein. Befestige mit geeigneten Dübeln oder Mörtel. Zeitaufwand: 30–60 Minuten.
- Abluftrohr verlegen und Anschlüsse herstellen. Verwende glatte Rohre oder flexiblen Aluminiumschlauch mit Ø100 mm. Halte die Rohrlänge kurz. Vermeide mehrere enge Biegungen. Richte das Rohr mit leichtem Gefälle nach außen aus. Tipp: Ein Gefälle von etwa 1–2° verhindert Kondensatrücklauf. Zeitaufwand: 30–60 Minuten.
- Rückschlagklappe und Außengitter montieren. Baue eine Rückschlagklappe ein, damit keine kalte Luft oder Tiere eindringen. Montiere ein wetterfestes Außengitter mit Insektenschutz. Prüfe die Öffnungsrichtung der Klappe. Zeitaufwand: 15–30 Minuten.
- Innen- und Außenabdichtung herstellen. Dichte die Durchführung innen mit Bauschaum oder Mineralwolle ab. Versiegle die Außenseite mit neutralem Silikon. Vermeide luftdichte Verklebung ohne Brandschutz. Bei brennbaren Bauteilen verwende feuerhemmende Materialien. Zeitaufwand: 20–60 Minuten.
- Anschluss am Trockner und Funktionsprüfung. Verbinde den Schlauch am Trockner mit einer Klemme. Starte einen Testlauf. Prüfe Luftmenge und ob die Rückschlagklappe öffnet. Hör auf ungewöhnliche Geräusche. Zeitaufwand: 15–30 Minuten.
- Endkontrolle und Dokumentation. Überprüfe die Abdichtungen nach 24 Stunden auf Zugluft oder Feuchtigkeit. Fotografiere die Installation für Vermieter oder WEG. Reinige Arbeitsspuren. Zeitaufwand: 15–30 Minuten.
Werkzeuge und Material
- Kernbohrer Ø100–125 mm oder SDS-Bohrhammer mit Bohrkrone
- Mauerdurchführung / Mauerkasten mit Außenblende
- Abluftrohr Ø100 mm (glattes Rohr oder flexibler Alu-Schlauch)
- Rückschlagklappe, Außengitter, Schrauben und Dübel
- Neutraler Silikon-Dichtstoff, Montageschaum oder Mineralwolle
- Leitungsdetektor, Wasserwaage, Leiter, Schutzbrille und Handschuhe
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Wichtige Hinweise und Warnungen
Bohre nie ohne Leitungssuche. Bei Arbeiten in höheren Lagen sorge für sichere Aufstiegsmöglichkeiten. Achte auf einen geraden Luftweg. Vermeide zu viele Bögen. Jeder Knick reduziert den Luftstrom. Abdichtung ist wichtig. Schlechte Abdichtung führt zu Feuchtigkeitsschäden. Bei Unsicherheit in Bezug auf Brandschutz oder Fassadenschutz beauftrage einen Fachbetrieb. Dokumentiere Genehmigungen und Absprachen mit dem Vermieter. Insgesamt dauert die Arbeit je nach Wand und Erfahrung etwa einen halben bis einen ganzen Tag. Bei dicken Wänden oder komplizierten Zugängen kann es länger dauern.
Zeit- und Kostenaufwand realistisch eingeschätzt
Zeitaufwand
Ein einfacher Fensteranschluss ist schnell gemacht. Du brauchst in der Regel 30 bis 90 Minuten für Montage und Dichtung. Eine DIY-Durchführung durch die Außenwand dauert je nach Erfahrung und Wandtyp etwa einen halben bis ganzen Tag. Rechne mit 4 bis 8 Stunden inklusive Vorarbeiten, Bohrung, Einbau und Abdichtung. Wenn du Kernbohren in starkem Mauerwerk, Dachdurchführungen oder Gerüst benötigst, kann die Arbeit auf 1 bis 3 Tage anwachsen. Hinzu kommen Trocknungszeiten für Dichtstoffe von bis zu 24 Stunden. Bei Einsatz eines Fachbetriebs ist oft ein halber bis ein ganzer Arbeitstag üblich für Standardfälle. Komplexe Fälle mit Brandschutz oder Fassadenarbeiten benötigen mehrere Einsätze.
Kostenaufwand
Die Kosten gliedern sich in Materialkosten, Werkzeuge oder Mietkosten, Handwerkerkosten und mögliche Gebühren/Genehmigungen.
Typische Materialposten mit Richtpreisen:
- Abluftrohr Ø100 mm (glattes PVC oder Alu-Flex): ca. €10 bis €50
- Mauerdurchführung / Mauerkasten: ca. €20 bis €80
- Rückschlagklappe und Außengitter: ca. €15 bis €60
- Dichtmaterial (neutraler Silikon, Montageschaum, Mineralwolle): ca. €15 bis €40
- Zusätzliches Zubehör wie Klemmen, Schrauben, Blenden: ca. €10 bis €30
Werkzeug und Mietkosten:
- Kauf Bohrhammer oder Kernbohrkrone kann €100 bis €300 kosten. Mieten einer Kernbohrmaschine liegt bei ca. €30 bis €100 pro Tag.
- Leih- oder Mietkosten für Gerüst oder Hubarbeitsbühne können deutlich höher sein.
Handwerkerkosten:
- Einfacher Monteurstundenlohn liegt meist bei ca. €40 bis €70 pro Stunde. Pauschalangebote für eine Außenwanddurchführung bewegen sich oft zwischen €150 und €600 je nach Aufwand.
- Dacharbeiten, Fassadenarbeiten oder Brandschutzmaßnahmen können €400 bis über €1.200 kosten.
Gebühren und Genehmigungen:
- Für kleine, reversible Maßnahmen sind oft keine Gebühren nötig. Für Fassadenänderungen oder bei denkmalgeschützten Gebäuden können Genehmigungen erforderlich sein. Verwaltungskosten oder Gutachten können €50 bis mehrere hundert Euro kosten.
Faktoren, die Kosten stark erhöhen können
Schwieriger Zugang, denkmalgeschützte Fassade, erforderliches Gerüst oder Hubgerät, umfangreiche Brandschutzlösungen und lange Rohrführungen erhöhen Aufwand und Preis. Auch die Notwendigkeit, elektrische Zu- oder Umschaltungen vorzunehmen, kann zusätzliche Kosten bringen.
Begründung
Die Angaben beruhen auf typischen Marktpreisen und realistischen Arbeitszeiten. Materialpreise sind relativ niedrig. Der größte Kostenfaktor ist oft die Zugänglichkeit und die erforderliche Fachkompetenz. Deshalb lohnt es sich, für einfache, reversible Lösungen selbst zu arbeiten. Bei Arbeiten an Dach, Fassade oder mit Brandschutz solltest du die Kosten für einen Fachbetrieb einkalkulieren. Ein Profi spart in vielen Fällen Zeit und minimiert das Risiko teurer Folgeschäden.
Wichtige Warn- und Sicherheitshinweise
Flusen und Brandgefahr
Achtung: Flusen können sich entzünden. Flusen sammeln sich im Flusensieb, in Schläuchen und in der Mauerdurchführung. Das reduziert den Luftfluss. Das Gerät kann überhitzen. Folge kann ein Brand sein. Verhalte dich so: Reinige das Flusensieb nach jedem Trockenvorgang. Entferne Ablagerungen im Abluftkanal mindestens einmal jährlich. Verwende glatte, starre Rohre statt welligem Alu-Schlauch. Prüfe regelmäßig auf Fasern oder Verfärbungen an Verbindungsstellen.
Feuchtigkeit und Bauschäden
Achtung: Unzureichende Abdichtung führt zu Feuchtigkeit in der Wand. Feuchte Wände fördern Schimmel. Achte auf Gefälle nach außen und auf dichte Anschlüsse. Dichte innen mit Mineralwolle und außen mit neutralem Silikon ab. Vermeide dauerhafte Luftdichtigkeit ohne Brandschutz bei brennbaren Bauteilen. Nach starkem Regen kontrolliere die Innenwand auf Feuchtespuren.
Elektrische Sicherheit
Achtung: Falsche Elektroanschlüsse sind gefährlich. Prüfe die Anschlussart deines Trockners. Viele Geräte brauchen eine normale Schuko-Steckdose. Größere Modelle erfordern 400-Volt-Anschluss oder spezielle Absicherung. Schalte bei Unsicherheit einen Elektriker ein. Verwende keine Verlängerungskabel für Dauerbetrieb. Sorge für einen eigenen Stromkreis und FI-Schutzschalter, wenn vorgeschrieben.
Dichtigkeit und Rückstau
Achtung: Rückstau von Luft kann Feuchtigkeit und Gerüche zurückbringen. Baue eine funktionierende Rückschlagklappe ein. Prüfe die Öffnung mit laufendem Gerät. Nutze einen Rauchtest oder halte ein leichtes Papier vor die Außengrille. Wenn Luft zurückströmt, nachjustieren oder Dichtung erneuern.
Praktische Kontrollpunkte
- Flusensieb: Sichtprüfung nach jedem Trockengang.
- Abluftgrill außen: Sicht- und Zugtest alle 3–12 Monate.
- Dichtheit: Mit Seifenwasser oder Rauch testen. Keine Luftzüge bei ausgeschaltetem Gerät.
- Elektrik: Steckdose und Kabel jährlich visuell prüfen. Bei Hitze, Funkenschlag oder Brandgeruch sofort ausschalten.
Notfallregeln
Bei Brandgeruch oder sichtbarem Feuer sofort Strom abschalten, wenn es gefahrlos möglich ist. Benutze einen Feuerlöscher der Klasse A oder B, wenn du geübt bist. Ruf bei Zweifel die Feuerwehr. Melde Schäden dem Vermieter oder der WEG und dokumentiere Befunde mit Fotos.
Diese Hinweise reduzieren Risiken deutlich. Arbeite sorgfältig. Hole Hilfe bei Unsicherheit. So vermeidest du Schäden und Gefahren.
Häufige Fragen zur Installation von Ablufttrocknern
Brauche ich für die Installation eine Genehmigung?
Das hängt vom Eingriff ab. Ein reversibler Fensteranschluss braucht meist keine Genehmigung. Bei Bohrungen in die Außenfassade oder Dachdurchführungen ist oft die Zustimmung des Vermieters oder der Eigentümergemeinschaft nötig. Bei denkmalgeschützten Gebäuden oder sichtbaren Fassadenänderungen ist eine offizielle Genehmigung wahrscheinlich.
Kann ich als Mieter einen Ablufttrockner installieren?
Als Mieter ist Vorsicht geboten. Ein Fensteranschluss ist die unkomplizierteste Option und oft erlaubt. Für Wanddurchbrüche brauchst du die schriftliche Erlaubnis des Vermieters. Dokumentiere Absprachen und stelle sicher, dass alle Änderungen rückbaubar sind.
Welcher Rohrdurchmesser wird empfohlen?
Für die meisten Geräte ist ein Rohrdurchmesser von Ø100 mm üblich. Manche Hersteller empfehlen Ø120 bis Ø125 mm für längere Leitungen. Verwende glatte Rohre statt gewellter Schläuche, um den Luftwiderstand zu minimieren. Kurze, gerade Verbindungen sind immer besser für den Luftstrom.
Wie vermeide ich Rückstau und Flusenbrand?
Installiere eine funktionierende Rückschlagklappe und achte auf einen möglichst geraden Luftweg. Reinige das Flusensieb nach jedem Trockengang und kontrolliere den Abluftkanal mindestens einmal jährlich. Verwende starre Rohre und sichere Abdichtungen. Bei Verstopfungen oder erhöhter Wärme schalte das Gerät sofort aus und kontrolliere die Leitung.
Lohnt sich die Selbstmontage oder sollte ich einen Profi beauftragen?
Ein Fensteranschluss und einfache Kanalanschlüsse sind oft selbst machbar. Bei Wanddurchbrüchen, Dachdurchführungen oder Unklarheit zu Brandschutz und Statik ist ein Fachbetrieb sinnvoll. Profis sparen Zeit und reduzieren das Risiko von Feuchtigkeitsschäden. Wenn du handwerklich unsicher bist, investiere lieber in fachmännische Arbeit.